Einspeisemanagement mit Panasonic Fernwirktechnik

Einige Energieversorger verlangen für Anlagen über 100kW eine recht anspruchsvolle Fernwirktechnik, die beispielsweise auch durch den Einsatz einer SPS (Speicherprogrammierbaren Steuerung) umgesetzt werden kann. Diese kann sehr individuell an die Bedürfnisse der Energieversorger angepasst werden.


Fernwirktechnik ist nicht gleich Fernwirktechnik. Mit dieser Problematik müssen sich immer mehr PV-Installateure vor Ort auseinandersetzen. Nach den Vorgaben des EEG müssen PV-Anlagen mit einer Leistung > 30kW bzw. >100kW mit fernwirktechnischen Anlagen zur Reduzierung der Einspeiseleistung und zur Übertragung der momentanen Einspeiseleistung ausgerüstet werden. Leider besteht in dieser Hinsicht keine einheitliche Regelung, so dass es erhebliche Unterschiede zwischen den einzelnen Netzbetreibern hinsichtlich der technologischen Umsetzung gibt. Für die meisten PV-Installateure stellt die Fernwirktechnik ein fast unüberwindliches Hindernis dar, da es oft an Know-How und qualifizierten Mitarbeitern fehlt.

 

Krannich Solar GmbH hat sich diesem Problem gestellt und mit Panasonic Electric Works Europe AG (PEWEU) einen in der Fernwirktechnik erfahrenen Systemlieferanten mit ins Boot geholt. Panasonic Electric Works Europe AG, eine Division des japanischen Panasonic-Konzerns, mit Sitz in Holzkirchen bei München, entwickelt und liefert skalierbare Steuerungs- und Fernwirksysteme für die Umwelttechnik und Energieversorgung. Aufgrund der enormen Flexibilität und Leistungsfähigkeit sind die Panasonic-Fernwirksysteme ideal für das Einspeisemanagement von PV- und Windkraftanlagen geeignet. Durch die umfassende Programmierbarkeit der Systeme ist eine einfache Anpassung an die Gegebenheiten der Anlagen vor Ort möglich. Darüber hinaus haben die Geräte und Systeme ein optimales Preis-/Leistungsverhältnis.

 

Einsatz beim Kunden

Im Oktober wurden kurzfristig mehrere Anlagen im Einspeisegebiet des Nürnberger Energieversorgers N-Ergie mit den Panasonic Einspeisemanagern ausgerüstet. Aufgabenstellung war die Aufnahme der Steuerbefehle der Fernwirkeinrichtung des Netzbetreibers, deren Aufbereitung und Bereitstellung an bereits vorhandene Monitoringgeräte wie z.B. Solarlog oder SMA-Powerreducerboxen. Darüber hinaus musste die Ist-Einspeiseleistung des Gesamtsystems mit mehreren Einspeiseleitungen erfasst und an den Netzbetreiber übergeben werden.

 

Funktionsweise

Die Steuerbefehle vom Netzbetreiber werden von einem PV-Einspeisemanager Panasonic FP-X erfasst und deren Empfang über potentialfreie Kontakte dem Fernwirkgerät des Netzbetreibers quittiert. Die Steuersignale werden dann aufbereitet und an das Monitoring-Gerät, z.B. Solarlog oder SMA-Reducerbox, weitergegeben. Alternativ dazu ist die Übergabe auch direkt über RS485-Schnittstelle an die Wechselrichter möglich, z.B. bei KACO-Powador-Wechselrichtern, andere Wechselrichter auf Anfrage. Die augenblickliche Ist-Leistung der Gesamtanlage wird über Energiezähler erfasst, wobei der Einspeisestrom montagefreundlich mit Hilfe von Klappkernwandlern erfasst wird. Mehrsträngige Einspeisungen können ebenfalls durch den Einsatz mehrerer Energiezähler erfasst werden. Die Energiezähler sind über eine RS485-Datenleitung an den PV-Einspeisemanager angeschlossen. Durch die störsichere RS485-Datenübertragung können die Energiezähler bis zu 2.400m entfernt vom Einspeisemanager angebracht werden. Sofern keine Daten- oder Telefonleitung zur Verfügung steht, kann die Übertragung auch per Funk im 2,4GHz-Bereich mit KR20-Funkmodulen erfolgen. Optional ist ein kleines 3,7“-Display (monochrom oder farbig verfügbar), womit der Anlagenbetreiber jederzeit den Status der Leistungsreduktion und die momentane Einspeiseleistung verfolgen kann. Das Display kann auf Wunsch auch die Zeitpunkte der Leistungsreduktion und die Einspeiseleistung in 15-Minuten Intervallen auf eine SD-Karte speichern.

 

Lieferbar sind die Einzelkomponenten zum Einbau durch den PV-Installateur oder eingebaut in ein Fernwirkgehäuse Rittal AE1034.

 

PV-Einspeisemanager

Der PV-Einspeisemanager besteht im Kern aus einer speicherprogrammierbaren Steuerung, die nach IEC61131 programmiert wird. Panasonic liefert hierzu fertige Funktionsbausteine und Systembibliotheken für vielfältige Anwendungen. Daher ist die individuelle Anpassung des Systems an die Erfordernisse vor Ort einfach zu realisieren. Gewisse Grundkenntnisse in SPS-Technik werden aber vorausgesetzt. Ebenfalls verfügbar sind Fernwirkmodule, welche eine direkte Kopplung an das Prozessleitsystem des Netzbetreibers ermöglichen. Mit Hilfe des Webserver-Moduls FPWEB2 kann der PV-Manager zu einem leistungsfähigen Monitoring-System ausgebaut werden.

 

Wir unterstützen Sie!

Bei uns steht der Kunde im Mittelpunkt unserer täglichen Arbeit. Von daher unterstützen sowohl Krannich Solar GmbH als auch Panasonic Electric Works Europe AG die PV-Installateure wirksam durch Projektierungsgespräche, Schulungen, technischen Telefonsupport bis hin zur Inbetriebnahmeunterstützung vor Ort.

PV-Manager FP-X-C30 mit 16 digitalen Eingängen, 14 digitalen Ausgängen, USB, RS232 und RS485-Schnittstelle 230VAC
Bediengerät GT05
Energiezähler KW1M mit Klappkernwandler 250/400A
Messung der Einspeiseleistung mit 3 Strängen zu je 3 Phasen (Anlage Ott Fa. Elektro Stütz)